Oberschule „Am Wehlenteich“

Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung

Oberschule "Am Wehlenteich" Lauchhammer
( 03574 ) 2183
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Schulisches Lernkonzept für das Projekt SchulBank

Seit dem Inkrafttreten der Richtlinie des MBJS vom 28.07.2015 zur Förderung des Programms „Projekte Schule/ Jugendhilfe 2020“ haben sich weder die Ziele noch die Zielgruppe geändert.

 

Ziele des Projektes

Ziel des Projektes ist es, dem schulverweigernden Verhalten der Schüler/Innen entgegenzuwirken, sodass sie die Vollschulzeitpflicht im Projekt erfüllen.

 

Den Schüler/Innen soll die Chance zum Erwerb der Berufsbildungsreife (Abschluss Klasse 9) ermöglicht werden.

 

Außerdem sollen sie auf die erfolgreiche Bewältigung des Übergangs in eine berufliche Ausbildung bzw. in eine weiterführende Bildungsmaßnahme vorbereitet werden.

 

Darstellung der Zielgruppe

Die Mehrzahl der Schüler/Innen unserer Schule stammt aus der Stadt Lauchhammer, das Einzugsgebiet erstreckt sich aber bis Elsterwerda, Plessa, Ortrand, Ruhland, Guteborn, Schwarzheide und Schipkau.

 

Ca. 30 Prozent aller Schüler/Innen kommen aus sozial schwachen Familien. Ein hoher Anteil der Eltern ist alleinerziehend. Das Aufwachsen in schwierigen sozialen und materiellen Lebensverhältnissen wirkt sich oft hemmend auf die Bildungschancen für diese Kinder aus. Zunehmend mehr Eltern sind mit der Erziehung und Bildung ihrer Kinder überfordert, was zu einer weiteren Verschärfung der Problemlage führt.

 

Im Schuljahr 2014/2015 haben 7,14 Prozent der Schüler/Innen die Schule ohne Abschluss verlassen, im vergangenen Schuljahr waren es 6,56 Prozent, das sind im Vergleich 0,58 Prozent weniger.

 

Mit dem Abschluss der Jahrgangsstufe 9 haben im Schuljahr 2014/2015 16,07 Prozent der Abgänger/Innen ihre Schulzeit beendet, im vergangenen Schuljahr waren es 18%, das sind 1,93 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Eine Ursache für diese Zahlen ist auch schulverweigerndes Verhalten, sei es in passiver oder aktiver Form. Dieses Verhalten ist die Folge davon, dass Jugendliche mit ihren Lebenssituationen (z.B. Alkoholmissbrauch in den Familien, häusliche Gewalt, Trennung der Eltern, wechselnde Lebenspartner der Eltern, Ärger mit der Polizei usw.) nicht mehr klarkommen, auch weil konstruktive Lösungsansätze bei der Problembewältigung fehlen. Die Schüler/Innen kommen in der Regel zur Schule, weil sie hier soziale Bindungen mit Gleichaltrigen erleben, sie sind aber kaum in der Lage, bzw. nur wenig oder gar nicht bereit, sich den Anforderungen der Schule zu stellen. Negative Schulerlebnisse, z.B. fehlende Lernerfolge, schwierige Schüler-Schüler-Beziehungen – auch zunehmend über mediale soziale Netzwerke, soziale und/oder kognitive Defizite und problembehaftete Lehrer-Schüler-Elternbeziehungen wirken zusätzlich erschwerend.

 

 

Grundlagen des Unterrichts

Der Unterricht wird auf der Grundlage des ab dem Schuljahr 2017/2018 geltenden Rahmenlehrplans der Jahrgangsstufen 1-10 erfolgen.

 

Die Lehrplaninhalte zielen auf den Erwerb von sowohl fachspezifischen als auch fachübergreifenden Kompetenzen.

 

Die fachübergreifenden Themen wie z.B.: Berufsvorbereitung und Berufsorientierung, Gender Mainstreaming, Gewalt- und Suchtprävention, Erziehung zur Demokratie, Umgang mit Vielfalt (insbesondere auch Entwicklung einer Willkommenskultur für Asylbewerber und Einzugliedernde), Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen sowie Medienerziehung werden in allen Unterrichtsfächern aufgegriffen und thematisiert.

 

Durch die besondere Stundentafel und die enge Verknüpfung mit dem praxisorientierten Lernen sollen die Schüler/Innen gezielt für einen erfolgreichen Übergang von der Schule zum Beruf befähigt werden.

 

Organisation des Unterrichts

 

Stundentafel:

Unterrichtsfach

Wochenstundenzahl

Mathematik

4

Deutsch

4 + 1 (Förderunterricht)

Englisch

2

Naturwissenschaften

4

Gesellschaftswissenschaften

2

WAT

3

Hauswirtschaft

2

Sport

1

Kunsterziehung

1

Klassenleiterstunde

1

 

Der Unterricht wird personell abgedeckt mit 25 Lehrerwochenstunden (1VZE).

 

Folgender Lehrkräfteeinsatz ist geplant:

23 Lehrerwochenstunden

Lehrkraft Frau Petsch

(Lehrkraft verfügt über langjährige Erfahrungen in der Projektarbeit)

 

2 Lehrerwochenstunden

Lehrkraft Frau Pohlenz

(Lehrkraft erteilt seit mehreren Jahren den Englisch-unterricht im Projekt)

 

Um den besonderen Erfordernissen der Zielgruppe Rechnung zu tragen erfolgt der Unterricht nach oben genannter Stundentafel mit erweitertem praxisorientierten Anteil in einem Werkstattbereich (insbesondere Holz und Metall) bzw. in einer Lehrküche.

 

Der obligatorische Unterricht erfolgt über Wochenplanarbeit und lernfeldübergreifend.

 

Durch die Arbeit mit Wochenplänen sollen die Schüler/Innen Verantwortung für ihr Lernen übernehmen und es kann in geeigneter Form auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler/Innen eingegangen werden.

 

Der Schultag im Projekt wird individuell methodisch - didaktisch nach Kompetenz- statt nach Defizitansatz organisiert und strukturiert. Auf der Grundlage festgeschriebener, individuell erreichbarer Entwicklungsschritte (Förderplanung) werden durch das Projektteam aussagekräftige Fähigkeitsprofile für die einzelnen Projektfelder formuliert.

 

Hierbei werden fundierte Einschätzungen zu den Kompetenzbereichen - kognitive Kompetenz, soziale Kompetenz, Lernkompetenz und berufliche Kompetenz - (eingeschlossen Praktika) sowie die Methodik der interdisziplinären Lernortkooperation angewendet.

 

Der Unterricht erfolgt sowohl in Kleingruppen (max. 6 Jugendliche) als auch in der gesamten Gruppe (12 Jugendliche).

 

Konkret ist folgender Ablauf geplant:

Std.

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

G1

G2

G1

G2

G1

G2

G1

G2

G1

G2

0

Gesprächsrunde

Gesprächsrunde

Gesprächsrunde

Gesprächsrunde

 

Praxistag

für beide

Gruppen

(Betriebs-

praktikum)

1

Deu

Praxis

Praxis

Phy

Ma

Praxis

Eng

Hw

2

Deu

Praxis

Praxis

Bio

Ma

Praxis

Eng

GW

 

Pause

Pause

Pause

Pause

3

Praxis

Deu

Bio

Praxis

Praxis

Ma

HW

Praxis

4

Praxis

Deu

Phy

Praxis

Praxis

Ma

GW

Praxis

 

Pause

Pause

Pause

Pause

5

Förderunterricht

*Sport

Kunst

 

Praxis

Praxis

 

6

 

 

*Sport

Kunst

 

Praxis

Praxis

 

 

Pause

 

 

Pause

 

 

Teamberatung

 

 

 

 

Wochenauswertung

 

* im 14 tägigen Wechsel

 

Mit dieser Stundentafel und praxisorientiertem Lernen sollen Schülerinnen und Schüler für eine erfolgreiche Berufsausbildung oder Berufsvorbereitung befähigt werden. Hier werden Methoden wie die Kompetenzbilanzierung, Praxistests, Vermittlung an und Kontakt zu Unternehmen sowie die fachliche Unterstützung und Beratung der Teilnehmer und der Erziehungsberechtigten genutzt.

 

Bei Bedarf ist eine weiterführende Unterstützung möglich.

 

Die morgendlichen Gesprächsrunden haben zum Ziel, den täglichen Plan zu besprechen, ggf. Probleme des Vortages nachzubereiten und mit den Schülern/Innen gemeinsam zu frühstücken.

 

Die Arbeit soll nach einem Wochenplan für jede Gruppe (G1 und G2) erfolgen, der in der Teamberatung erarbeitet wird. Die Gruppen sind feststehend, können aber bei Bedarf, z.B. zur Krisenintervention verändert werden.

 

Um die Teilnehmer/Innen des Projektes in die Planung einzubeziehen und eine Akzeptanz zu erreichen, wird der Wochenplan am Montag mit den Schüler/Innen besprochen.

 

Am Donnerstag soll die Woche ausgewertet werden und die Schüler/Innen sollen den Verlauf und die erreichten Ziele der Woche reflektieren.

 

Die Wochenpläne beinhalten den obligatorischen Unterrichtsstoff der lernfeldübergreifend vermittelt wird. Die Schüler/innen können innerhalb dieses Wochenplanes die Erledigung ihrer individuellen Lern- und Arbeitsaufgaben nach ihren eigenen zeitlichen Vorstellungen und ihrem Leistungsvermögen einteilen. Die Flexibilität, die den Jugendlichen durch das Lernprojekt geboten wird, ermöglicht eine Steigerung der Lernmotivation, der Lernorganisation und der Konzentration. Bei der Vermittlung des Lehrstoffs achten die Lehrer auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler/innen, die ein erhöhtes Maß an Wiederholungsübungen und lebensnahen Veranschaulichungen erfordern.

 

Die Bewertung der schulischen Leistungen muss sehr verantwortungsbewusst und mit den erforderlichen Rückmeldungen an die Schüler erfolgen. Leistungsbeurteilungen sollen auch motivierend sein, da die Projektteilnehmer/Innen innerhalb ihrer schulischen Biografie sehr negativ behaftete Erfahrungen mit Schulnoten und Zeugnissen gemacht haben.

 

Die schulischen Unterrichtsstunden werden als Blöcke auf die Wochentage in Kombination mit den fachtheoretischen und fachpraktischen Lehrunterweisungen während der Berufsorientierung verteilt.

 

Neben dem fachlichen Lernen ist das Methodenlernen ein Schwerpunkt des Unterrichts. Es bildet einen Schlüssel für den Lernprozess der Jugendlichen im Projekt, denn es ermöglicht allen Beteiligten, Formen des Belehrens durch selbständiges, entdeckendes Lernen zu ersetzen.

 

Die Aneignung und Festigung von Lern- und Arbeitstechniken, von Kommunikations- und Kooperationsformen erhält u.a. aus diesem Grunde einen hohen Stellenwert im allgemeinbildenden Unterricht. Musisch-künstlerische, körperbetont-sportliche Elemente finden ihren Platz im Wechsel der Unterrichteinheiten Sport und Spiel zu Kunsterziehung. Allgemeinbildung wird auch vor allem durch die Freizeit- und Erlebnispädagogik und durch den Werkstattbereich des Projektes realisiert.

 

Der Förderunterricht soll insbesondere dazu dienen, die bei den meisten Schüler/Innen vorhandenen Defizite in der Schreib- und Lesekompetenz auszugleichen und Lerndefizite zu beheben. Die Teilnahme am Förderunterricht soll verbindlich in Absprache mit den Eltern festgelegt werden.

 

Insgesamt bietet das Lernprojekt den Schülern/Innen aktive Unterstützung und alternative Möglichkeiten, die sich in den letzten Schuljahren bereits bewährt haben, wie z.B. die Bildung von Lerninseln, individuelle Wahl des täglichen Lernpensums, Bearbeiten von persönlichen Lernplänen, direkte und individuelle Hilfestellung, weniger Frontalunterricht, Aufgabenerstellung entsprechend der Berufswünsche, Förderplanung sowie eine sozialpädagogische Betreuung. Theorie und Praxis werden in Einzelprojekten eng verknüpft.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Eltern sind die Festlegungen im Brandenburgischen Schulgesetz.

 

Mit Beginn des Projektes soll eine Elternversammlung stattfinden, eine weitere Elternversammlung vor den Halbjahreszeugnissen. Regelmäßige Elternsprechstunden und ein regelmäßiger Kontakt zu den Eltern sind unverzichtbar.

 

Die Eltern werden mindestens 3x im Schuljahr durch die Klassenlehrkraft in Form von Leistungskarten über den Stand der Leistungen informiert.